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Pyronale 2006

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Feuerwerker-World-Championat 2006; 7 Großfeuerwerke von international wichtigen Pyrotechnikern.
Weitere Feuerwerksbilder finden sie durch Anklicken der Links unter dem Titel!

Pyronale 2006



Die Pyronale 2006 - Feuerwerk-World-Championat, 1./2.9.2006 in Berlin

[Pyronale 2007 – Organisatorische Überlegungen]


[Zu den Abbrennplatz-Bildern/Fotos]


[Zu den Feuerwerksbildern/Fotos - 2.9.06]


[Zu den Feuerwerksbildern/Fotos - 1.9.06]


[Radiobeitrag  Deutsche Welle. Autorin: Brigitte Arleff//Pyro-Constellation. Sendetermin: 4.9.06 Hier anhören!]

Mit der Pyronale fand ein wahrlich himmlisches Spektakel, ein grandioses Feuerwerk-Event zum ersten Mal in Berlin auf dem Maifeld am Olympiastadion statt. Über 30.000 Zuschauer und fast eben so viele Zaungäste waren an zwei Abenden Feuer & Flamme bei den pyrotechnischen Shows der Superlative.

Sechs internationale Teams der weltbesten Feuerwerker ließen es am Himmel über Berlin krachen und blitzen, während am Boden Fontänen und Feuertöpfe  leuchteten. Neben China, England, Italien und Portugal waren auch Russland und Polen vertreten. Ein Novum bei Wettbewerben dieser Größenordnung. Doch damit sollte bewußt dem Standort Berlin Rechnung getragen werden und auch dem Ostblock eine Plattform geboten werden, erklärte Gerhard Kämpfe, der künstlerische Direktor der Pyronale.

Jedes Team verarbeitete 2-3 Tonnen explosiven Materials für eine 15minütige Show. Die Farbvorgabe Blau/Gold bestimmte einen Teil des Pflichtprogrammes. Im zweiten Teil war das Musikstück: 'Maybe I, maybe you' von den Skorpions vorgegeben.
Die 10minütige Kür ließ viel kreativen Spielraum mit frei gewählter Musik zum Thema: 'My country'.
Die Umsetzungen waren extrem vielseitig und deutlich waren die Handschriften der einzelnen Länder zu erkennen. 
Die Chinesen liebten es bunt und verspielt, während es die Portugiesen und Italiener so richtig krachen ließen.
Beeindruckend auch die Pyrotechniker der russischen Gruppe Khan, die ganz auf traditionelle Musik setzte und am Himmel mit 'moving pictures' und einer wunderbaren, musik- synchronen Darbietung überzeugte.
Großes Pech hatte das englische Team Pyrovision, deren Vorführung durch einen Computerabsturz abrupt beendet wurde.
Den Besten zu ermitteln in Choreographie, Musiksynchronität, Gesamtkonzept und Materialauswahl war nicht leicht für die 12köpfige Jury aus Fachleuten und Prominenten. Am zweiten Abend hieß es dann: Der Sieger ist Portugal!
Verdient gewonnen mit einer extrem prezisen Choreographie und gigantischen Effekten am Himmel und besonders am Boden, die den Musikduktus exakt aufgriffen.
Joaquim Rodrigues und sein Team von Luso Pirotecnica überzeugte auf der ganzen Linie, sowohl Publikum als auch die Jury.
Platz 2 belegte die Gruppe Khan aus Russland und auf dem dritten Platz landete die traditionsreiche italienische Firma Pirotechnica Scarpato.
Stolz zogen der Italiener Steve Carrere, die Russen Evgenia Khan und ihr Papa Vladimir, sowie das symphatische Team um Joaquim Rodrigues mit den von Jette Joop entworfenen Siegerpokalen durch die Menge, immer wieder begleitet von aufwallendem Szenenapplaus.

Eine rundum gelungene Veranstaltung, die als krönendes I-Tüpfelchen ein sehr gelungenes Abschlussfeuerwerk des Berliner Pyrotechnikers Hans-Georg Kehse und seines Teams von Pyro-Art präsentierte.
Nach dieser gelungenen Prämiere  soll die Pyronale  in Zukunft jährlich stattfinden.

[Safer Shots – Sicherheit ist oberstes Gebot | Mehr zum Thema hier!]

[Die Jury und Bewertungskriterien | Mehr zum Thema hier!]

[Gespräch mit dem Pyro-Art Programmierer David Weimer | Mehr zum Thema hier!]


(Brigitte Arleff / Pyro-Constellation)

 

Safer Shots – Sicherheit ist oberstes Gebot



Eine Mörserposition im Sicherheitsbereich.

Alle nicht in Deutschland zugelassenen Feuerwerkskörper wurden vor dem Abschuss auf Herz und Nieren geprüft. Das sind rund 80% der verwendeten Materialien. Pyro-Art in Berlin besitzt die Zulassung als Prüfstelle für Großfeuerwerke. Einer der Pyronale-Initiatoren, Mario Hempel betonte: „Qualität, Sicherheit und Seriosität der Veranstaltung ist unabdingbar.“ Daher gab es von Anfang bis Ende strengste Sicherheitsvorkehrungen.

Bereits während der Aufbauarbeiten wurde das Maifeld großflächig abgesperrt und personell gesichert. Die Abschussvorrichtungen bestehen aus Pappe, Kunststoff oder Glasfasern, damit im Falle einer Rohrexplosion keine gefährlichen Splitter umherfliegen.

Im Umkreis von 30m um die Mörser besteht während der Aufbauarbeiten ein striktes Rauchverbot.

Trotz eines Sicherheitsabstandes von 140 – 240 Meter Entfernung zu den Zuschauern ( auf Stehplätzen und Tribünen) kam es am ersten Abend - aufgrund ungünstiger Windverhältnisse- zu einem Papp- und Ascheregen, der vereinzelt Restglut enthielt.

Feuerwerksinszenierungen aus dem Rechner



David Weimer, Operator von Pyro-Art vor der Kulisse des Olympiastadions.

Gespräch mit dem Pyro-Art Programmierer David Weimer

B.A./Pyro-Constellation : Heutzutage läuft niemand mehr mit einer Zündschnur über den Abbrennplatz, um ein Feuerwerk in Gang zu setzen. Pyrotechnische Shows sind aufwendig bis ins Detail geplante Inszenierungen, die digital entwickelt und musiksynchron abgeschossen werden. Doch wie funktioniert das?

David Weimer: Man erstellt ein Programm anhand von Zündpunkten. Überall auf dem Platz werden Zündeinheiten installiert, jeweils an den Positionen, wo die ganzen Effekte stehen.

B.A.: Wie wird die Zündung ausgelöst?

D.W.: Die einzelnen Zündkanäle werden computergesteuert kontrolliert. Dies geschieht aus der Ferne. Bis zu 5 km kann dabei der Abstand betragen.

B.A.: Was geschieht konzeptionell im Vorfeld?

D.W. Alles fängt auf dem Papier an. Es gibt als erstes einen Designer, der sich die Musik anhört und dann anhand der verschiedenen Tempi und Eindrücke eine Musikanalyse macht.

B.A.: Wie wird die Musik denn dann mit Feuerwerkselementen untermalt?

D.W.: Es wird zunächst ein Grobplan erstellt, dann werden die Effekte zugeordnet. Der Programmierer muss dabei genau wissen, welche Effekte es gibt und wie die am Himmel aussehen. Wie lange sie stehen und wie voluminös sie sich entfalten.

B.A.: Was ist dann Ihre Aufgabe, die des Pyro-Programmieres?

D.W.: Mit einer speziellen Pyrotechnik-Software wird am Computer ein Programm erstellt mit dem ich den Plan des Designers technisch umsetze.

Außerdem entwickelt der Computer eine präzise Zündfolge, je nach Ballistik und Windverhältnissen.

Dann geht es mit dem Computerplan ins Lager und die explosiven Materialien werden so zusammengestellt, wie entworfen und berechnet.

Auf dem Platz wird dann alles nach genauem Abbrennplan angeschlossen und dann sehen wir eine schöne Show!

B.A.: Vielen Dank David Weimer von Pyro-Art!

Die Jury



Der Gewinner der Pyronale - Joaquim Rodrigues von der 'Luso Pirotecnica Group' aus Portugal im Interview mit Brigitte Arleff, Pyro-Constellation.

Die 12köpfige Jury setzte sich aus einer Mischung von Pyro-Fachleuten, Prominenten und Sponsoren zusammen. Dabei waren:

- Jette Joop, die den Siegerpokal entworfen hat.

- Klaus Böger, Senator für Bildung, Jugend und Sport

- Rudolf Schenker, Gründer der ‚Skorpions’, deren Song „Maybe I, maybe you“ im Pflichtteil , die musikalische Vorgabe war.

-Dr. Dietrich Eckhardt, Leiter der Fachgruppe II.3 „Explosivstoffe“ der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung, Berlin

- Dipl.Ing. Joachim Pichert, zuständig für explosionsgefährliche Stoffe im Landesamt für Arbeitsschutz

- Jörg Rennert, Geschäftsführer der Sprengschule in Dresden

- Markus Klatt, Großfeuerwerker, Gründer und Betreiber der website www.feuerwerk.net

- Wojciech Goryca, Leiter der Forschungsabteilung und Feuerwerksspezialist des Militärinstituts in Zielonka, Polen

-Wolfgang Weinkauf, Geschäftsführer der VV Berek GmbH

-Carsten Erdmann, Chefredakteur der Berliner Morgenpost

-Stefan Hampe, Geschäftsführer von rs2

-Jochen Wolff, Chefredakteur der Zeitschrift „SUPERillu“

 

Bewertungskriterien

Es gab technische und künstlerische Bewertungskriterien.

Neben Auswahl und Qualität des pyrotechnischen Materials mussten auch die Originalität und Leuchtkraft der Feuerwerkskörper bewertet werden.

Aufbau und räumliche Anordnung spielten ebenso eine Rolle, wie die horizontale und vertikale Weite der pyrotechnischen Effekte.

Die Auswahl der Musikstücke und die Musiksynchronität trugen viel bei zum künstlerischen Gesamteindruck, der sehr stark gewichtet wurde.



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