Von Linz bis Bonn
Über 300.000 Menschen sahen am Samstag, den 5.Mai bei gutem Wetter das grandiose Auftaktfeuerwerk zu der immer populärer werdenden Veranstaltungsreihe ‚Rhein in Flammen’. In 2007 stand der flammende Rhein ganz unter französischer Flagge. Das Motto: „ Allez les bleues!“ spiegelte sich in den Farben der Trikolore vielfach am Himmel über dem Siebengebirge im Rheintal wieder. Verantwortlich für das Lichtspektakel zeichnete sich Europas ältester Feuerwerksbetrieb: die Pyrotechnikfirma Lacroix-Ruggieri. Seit 1739 läßt sich die Geschichte des Unternehmens dokumentieren.
(s.Artikel:“Geschichte des Pyrotechnik!)
Jedoch keineswegs verstaubt, sondern sehr innovativ war die Inszenierung des diesjährigen Lichterspektakels, dass die Franzosen mit Unterstützung der Firma Weco aus Eitorf realisierten. Noch am Samstag wurden mit Hilfe eines Krans sternengefüllte Feuertöpfe auf einem 7m hohen Gerüst installiert. Von Linz bis Bonn wurden insgesamt fünf Höhenfeuerwerke gezündet. Beste Ausblicke auf alle Feuerwerke hatten die 20.000 Fahrgäste an Bord der 60 festlich illuminierten Schiffe. Die vielen hundert tausend Besucher an den Ufern und in der Rheinaue erlebten die Himmelsinszenierungen ebenfalls bei klarem Wetter mit gutem Ausblick. Aber an Land konnte man nicht überall gleichzeitig sein. Deshalb hatten auch hier die Feuerwerkfans mit Schiffspassage den klaren Vorteil. Sie erlebten stimmungsvoll, wie über 2000 rot leuchtende Bengalfeuer die Rheinpromenaden und die Sehenswürdigkeiten in ein magisches Licht tauchten. Eine Sound- und Lichtinstallation in Höhe der Bonner Südbrücke bot den Schiffsreisenden ebenfalls ein beeindruckendes Schauspiel, dass so erstmalig statt fand. Die mittels Laserlicht über das Wasser projizierte Bogenbrücke sorgte für Begeisterung und Applaus an Bord.
Pünktlich um 23.05 schossen zu Yves Montands:“ La Bicyclette“ erste Feuerfontänen in den Nachthimmel. Es folgten Goldregen, Wasserfälle, Feuerblumen, rot leuchtende Herzen und immer wieder die Trikolore. Ein sehr poetisches Feuerwerk, dass weniger auf laute Effekte, als vielmehr auf stimmungsvolle Bilder setzte, die zahlreiche Assoziationen bei den Zuschauern weckten. Bereits im Vorfeld hatte Dieter Kuchheuser von Weco von einem ‚Feuerwerk zum Nachdenken’ gesprochen. Doch sicher lösten die herrlichen Lichterbilder keine düsteren Grübeleien aus, sondern beschwingte, allenfalls wehmütige Gedanken, die mit den bunten Funken am Himmel davonzogen.
[Feuerwerksbilder von Rhein in Flammen Bonn 2007]