Siebenundzwanzig Minuten dauerte das Finalfeuerwerk der Kölner Lichter.
Eine knappe halbe Stunde, in denen rund eine Million Menschen am Kölner Rheinufer aus dem Staunen nicht mehr heraus kamen. Sie erlebten bei gutem Wetter (keine Selbstverständlichkeit im Sommer 2007!) ein Höhenfeuerwerk der Extraklasse, dass mit hochwertigen Pyro-Materialien, toller Choreographie und pfiffigen Extras überzeugte.
Rund vier Tonnen Feuerwerkskörper, von 35 Pyrotechnikern und ihren Helfern in monatelanger Arbeit geplant und installiert, dann sorgfältig musiksynchron gezündet, sorgten für ein Spektakel, dass wahrhaft hohe Maßstäbe setzt und die besten Chancen hat, in Deutschland zum ‚Feuerwerksereignis des Jahres’ zu werden.
Stimmungsvolle Kulisse schon im Vorfeld: 500.000 Wunderkerzen und zahlreiche, bengalische Feuer begleiteten den festlich beleuchteten Schiffskonvoi und wiesen so den Weg zum ‚feurigen’ und ‚wundervollen’ Ereignis am Nachthimmel über der Kölner Altstadt.
Mit minimaler Verzögerung (aufgrund eines Stromausfalls) beginnt das Feuerwerk kurz nach 23.30 Uhr. Georg Alef, Chefpyrotechniker von Weco, hat es auch dieses Jahr geplant . Die Musik, eigens für die Kölner Lichter von Günter Hässy komponiert, erzählt die Geschichte der Stadt Köln von der Gründung bis zur Neuzeit. Eingespielt wurde das Werk von der Jungen Sinfonie Köln.
In einer beeindruckenden pyrotechnischen Show zog die Historie Kölns symbolisch leuchtend, knallend, flackernd, schimmernd und funkelnd vor der Kulisse des Kölner Doms über den Himmel. Eine gelungene, perfekte Umsetzung des musikalischen Themas in pyrotechnische Kunst. Dabei überzeugten vor allem die kontrastreichen Bombetten, die in intensiven, starken Lichterschweifen immer wieder von filigranem Glitzerregen kontrastiert wurden.
Einfaltsreich auch die Feuerkreisel auf dem Wasser, die den Rhein als Schauplatz direkt einbanden. Das Rheinthema wurde in einer Schalmeyenmelodie auch musikalisch aufgegriffen. Damit wurde neben dem Fluss des Wassers auch der Fluss der Zeit symbolisiert. Mit diesem Kunstgriff wurde – durch die Jahrhunderte springend- zu den wichtigsten historischen Ereignissen geführt. Die Römerzeit, die Überführung der Heiligen Drei Könige, die Domfertigstellung, der Nachkriegskarneval als Symbol des wiedergewonnenen Optimismus. Und so konnte es zum Schluss nur heißen: „ Viva Colonia!“
Nach sechs Jahren Kölner Lichter glaubt man als Pyro-Enthusiast kaum daran, dass eine Steigerung möglich ist, doch Georg Alef ist sie in 2007 gelungen. Man darf auf die Kölner Lichter 2008 sehr gespannt sein, weil das Team von Weco dieses Jahr die Latte sehr hoch gelegt hat und es schwer wird, den eigenen Rekord noch zu überbieten.
Überraschend starb Günter Hässy am 21.August nach einer Herzoperation. Der Kölner Komponist, Dirigent und Musiklehrer wurde nur 63 Jahre alt. Die musikalische Komposition für die Kölner Lichter 2007 wird somit sein letztes Werk sein.
[Feuerwerksbilder und Feuerwerksfotos der Kölner Lichter 2007]