2,7 t Feuerwerk, insgesamt 10.000 Schuss wurden dieses Jahr anläßlich der Kölner Lichter verschossen. 45 Pyrotechniker unter der Leitung von Georg Alef haben das Großfeuerwerk monatelang geplant und tagelang aufgebaut.
Das Motto lautete 2006: 'Cologne goes Musical'. Das 28-minütige Feuerwerk der Firma Weco wurde dieses Jahr daher mit Musicalmelodien von romantisch bis furios untermalt:
- Phantom der Oper
- Tanz der Vampire
- Elisabeth
- Jesus Christ Superstar
- We will rock you
- Rocky Horror Picture Show
- Roberta
- Cats
- Starlight Express
- Dirty Dancing
- Finale: Tanz der Vampire
Wie jedes Jahr fand anläßlich des Ereignisses ein Schiffskonvoi statt.
Daran nahmen 50 Schiffe teil, die bereits verschiedene, kleinere Feuerwerke entlang des Rheins passierten, sowie das bengalische Feuer am Rheinauhafen, bevor es mit einigen Minuten Verspätung um 23.32 hieß: Gut Schuss!
Trotz Szenenapplaus zwischen einzelnen Musikstücken war Chefpyrotechniker Georg Alef hinterher selbstkritisch:"Zwei, drei Sachen haben nicht so geklappt!"
Die Kölner Lichter waren wie jedes Jahr ein sehenswertes Ereignis. Ein Feuerwerk in der Größenordnung vor der Skyline der Kölner Altstadt und der Kulisse des Doms ist einfach ein faszinierendes Schauspiel.
Allerdings war die Musiksynchronität nur teilweise vorhanden, was schade war. Vielleicht lag es daran, dass der Startmoment nicht exakt klappte.
Es gab wunderschöne Sequenzen, in denen das Feuerwerk auf mehreren Ebenen ein herrlich komplexes Gesamtbild ergab. Highlights waren auf jeden Fall die unerwarteten 'Wasserbomben', die das Feuerwerk um eine horizontale Ebene bereicherten und die zahlreichen Feuertöpfe an der Hohenzollernbrücke.
Der im Vorfeld groß angekündigte Wasserfall wirkte eher dürftig, zumindestens wenn man den 150m langen Wasserfall vom 'Rhein in Flammen' vor Augen hatte, den ebenfalls Georg Alef verantwortete.
Insgesamt war es ein schönes Feuerwerksspektakel, was aber nicht annähernd den hochgesteckten Zielen und Ansprüchen der Firma Weco in Montreal gerecht wurde, wo diese 2004 den Weltmeistertitel mit einem konzeptionell großartigen und vielseitigen Feuerwerk holte.
Ein wenig mehr dieses Variations- und Einfallsreichtums im Entwickeln der Gesamtbilder hätte auch den Kölner Lichtern 2006 gut getan.
Die Fernsehübertragung
Wirklich arm dran waren die Zuschauer des WDR, der das Geschehen fast 4 Stunden lang übertragen hat.
Die Bildführung und Schnitte zerhäkselten das visuelle Erleben, indem immer wieder Zuschauer und eine drittklassige Düsseldorfer Band gezeigt wurden, die sich für das musikalische Rahmenprogramm verantwortlich zeichnete.
Außerdem gab es deutlich zu wenig totale Einstellungen. Die Kamera fixierte oftmals das Abschußboot, anstatt das explosive Geschehen am Himmel zu dokumentieren. Eine ruhigere Kameraführung und der Mut ein Bild auch mal länger einfach stehen zu lassen, fehlten. Der WDR wäre gut beraten sich nächstes Jahr einen Pyrotechniker in die Bildzentrale zu setzen, der weiß, worauf es ankommt.
Friedliche Stimmung
Die Kölner Polizei zieht eine positive Bilanz der Großveranstaltung. Laut Polizeisprecher Göbel gab es bis auf einige Körperverletzungsdelikte keine besonderen Vorkommnisse. Nach dem Ende des Feuerwerks kamen die meisten Zuschauer trotz der verstopften Straßen verhältnismäßig schnell wieder nach Hause. Auch dank Sonderzügen der KVB.
(BA)
[Zu den Feuerwerksbildern]