Firma Moog aus Wuppertal – Vorreiter der deutschen Pyrotechnikindustrie
Über viele Jahrzehnte galt die Firma Moog in Wuppertal weltweit als Favorit in Sachen Feuerwerk. Sie wurde bereits 1916 gegründet und machte das spätere ‚Schwebebahn-Städtchen’ zur Hochburg internationaler Feuerwerkskunst.
Moog war damals eine Firma von internationalem Rang und Namen. Es gab Aufträge aus der ganzen Welt: Amerika, Kanada und naher Osten. Der Seniorchef, Herr Moog entwickelte ausgefeilte Technologien, die zu diesem Zeitpunkt einzigartig waren. Die gute Qualität und außergewöhnliche Zusammenstellung seines Feuerwerkes garantierten ihm eine Ausnahmestellung auf dem noch wenig konkurrenzreichen Weltmarkt. Alle pyrotechnischen Produkte wurden auf dem eigenen Firmengelände in Wuppertal-Ronsdorf hergestellt.
Legendär waren bis in die 90iger Jahre die Moog’schen Zylinderbomben. Sie zählten zum Besten, was der Markt hergab.
Ein Highlight in der Firmengeschichte war 1960 die Ausrichtung eines Feuerwerks in Bagdad.10 Tonnen pyrotechnisches Material wurden damals mit einer Sondermaschine in den Irak geflogen. Die prächtigen Lichter-Kaskaden ließen noch nicht erahnen, dass wenige Jahrzehnte später der Himmel dort in kriegerischer Absicht leuchten würde.
Doch zu diesem Zeitpunkt gab es die Firma Moog bereits nicht mehr. Gab es 1966 noch 170 Mitarbeiter bei Moog, so drängte später zunehmend mehr die Konkurrenz aus China auf den Markt. Und so musste die Firma Moog im April 1999 endgültig ihre Tore schließen. Der noch vorhandene Feuerwerksbestand wurde von der Firma Hambacher aus der Schweiz aufgekauft.
Der Pyrotechniker Gunter Lietz arbeitete lange Jahre bei Moog und erinnert sich gerne an die Hoch-Zeit der Pyrotechnik in Wuppertal. „In Düsseldorf auf der Pferderennbahn haben wir einmal ein extra leises Feuerwerk gestaltet, damit die Pferde nicht scheuten!“
