Pyronale 2006
Mit der Pyronale fand ein wahrlich himmlisches Spektakel, ein grandioses Feuerwerk-Event zum ersten Mal in Berlin auf dem Maifeld am Olympiastadion statt. Über 30.000 Zuschauer und fast eben so viele Zaungäste waren an zwei Abenden Feuer & Flamme bei den pyrotechnischen Shows der Superlative.
Sechs internationale Teams der weltbesten Feuerwerker ließen es am Himmel über Berlin krachen und blitzen, während am Boden Fontänen und Feuertöpfe leuchteten. Neben China, England, Italien und Portugal waren auch Russland und Polen vertreten. Ein Novum bei Wettbewerben dieser Größenordnung. Doch damit sollte bewußt dem Standort Berlin Rechnung getragen werden und auch dem Ostblock eine Plattform geboten werden, erklärte Gerhard Kämpfe, der künstlerische Direktor der Pyronale.
Jedes Team verarbeitete 2-3 Tonnen explosiven Materials für eine 15minütige Show. Die Farbvorgabe Blau/Gold bestimmte einen Teil des Pflichtprogrammes. Im zweiten Teil war das Musikstück: ‘Maybe I, maybe you’ von den Skorpions vorgegeben.
Die 10minütige Kür ließ viel kreativen Spielraum mit frei gewählter Musik zum Thema: ‘My country’.
Die Umsetzungen waren extrem vielseitig und deutlich waren die Handschriften der einzelnen Länder zu erkennen.
Die Chinesen liebten es bunt und verspielt, während es die Portugiesen und Italiener so richtig krachen ließen.
Beeindruckend auch die Pyrotechniker der russischen Gruppe Khan, die ganz auf traditionelle Musik setzte und am Himmel mit ‘moving pictures’ und einer wunderbaren, musik- synchronen Darbietung überzeugte.
Großes Pech hatte das englische Team Pyrovision, deren Vorführung durch einen Computerabsturz abrupt beendet wurde.
Den Besten zu ermitteln in Choreographie, Musiksynchronität, Gesamtkonzept und Materialauswahl war nicht leicht für die 12köpfige Jury aus Fachleuten und Prominenten. Am zweiten Abend hieß es dann: Der Sieger ist Portugal!
Verdient gewonnen mit einer extrem prezisen Choreographie und gigantischen Effekten am Himmel und besonders am Boden, die den Musikduktus exakt aufgriffen.
Joaquim Rodrigues und sein Team von Luso Pirotecnica überzeugte auf der ganzen Linie, sowohl Publikum als auch die Jury.
Platz 2 belegte die Gruppe Khan aus Russland und auf dem dritten Platz landete die traditionsreiche italienische Firma Pirotechnica Scarpato.
Stolz zogen der Italiener Steve Carrere, die Russen Evgenia Khan und ihr Papa Vladimir, sowie das symphatische Team um Joaquim Rodrigues mit den von Jette Joop entworfenen Siegerpokalen durch die Menge, immer wieder begleitet von aufwallendem Szenenapplaus.
Eine rundum gelungene Veranstaltung, die als krönendes I-Tüpfelchen ein sehr gelungenes Abschlussfeuerwerk des Berliner Pyrotechnikers Hans-Georg Kehse und seines Teams von Pyro-Art präsentierte.
Nach dieser gelungenen Prämiere soll die Pyronale in Zukunft jährlich stattfinden.
